Eßlingen

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Eßlingen ist als Stadtteil von Tuttlingen mit seinen verträumten Winkeln und der idylischen Lage im Krähenbachtal klein aber fein. Seit der Verkehr umgeleitetist, können die Eßlinger die Vorzüge Ihres Dorfes in vollen Zügen genießen. Die Fertigstellung der neuen Bundesstraße B 523, die als wichtiger Autobahnzubringer nun am nördlichen Talhang den Ort umgeht, brachte schließlich im Jahre 1986 die herbeigesehnte Verkehrsentlastung. Nicht nur die Wohnqualität hat gewonnen, sondern bedeutende öffentliche und private Sanierungsmaßnahmen haben dem Gemeindeleben neue Impulse gegeben. So wurde die Pfarrscheuer 1985/86 im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms zu einem Gemeindezentrum umgebaut. Die Pfarrscheuer ist heute in Eßlingen mit die wichtigste Einrichtung für Vereine und Menschen. Der Pfarrschopf mit seinem schönen Fachwerk wurde ebenfalls renoviert sowie zahlreiche private Häuser im Rahmen der Dorfentwicklung. Mit dem Pfarrschöpfle. dem Pfarrhaus, der Pfarrscheuer und der St. Jakobus Kirche besitzt Eßlingen ein harmonischen „Vierergestirn im Ortskern, das in der Region (fast) einzigartig ist.

Vierergestirn im Ortskern

Esslingen begegnet uns erstmal als Ezze Linga 1225 und als Ezzelingen 1275 in alten Urkunden. der Ortsname leitet sich wohl von einem Ezziloab, der sich mit seinen Familienangehörigen und mit Unfreien im Laufe des frühen Mittelalters hier niederließ und den Ort gründete. Esslingen und Möhringen waren über Jahrhunderte hinweg miteinander verbunden. Zusammen mit Ippingen bildete Esslingen die Herrschaft Möhringen, die 1520 fürstenbergisch wurde.Esslingen fiel 1806 an das Großherzogtum Baden. Es gehörte anfänglich zum Bezirksamt Möhringen und nach dessen Auflösung anno 1844 zu Donaueschingen. Bis zur Verwaltungsreform in den Siebzigern gehörte Esslingen wie Möhringen zum Landkreis Donaueschingen. Am Juli 1972 trat die selbstständige Gemeinde Esslingen der Stadt Tuttlingen als erster Stadtteil bei.

Mit dem Eingemeindungsvertrag wurde auch die Ortsschaftsverfassung eingeführt. Sie hat sich, rückblickend betrachtet, bewährt: Obwohl jetzt zur Stadt gehörend, hat sich Esslingen sein „Eigenleben“ bewahrt. Der Ortschaftsrat, der aus sechs Mitgliedern und dem Ortsvorsteher besteht, berät die örtlichen Angelegenheiten und fasst im Rahmen seiner Zuständigkeiten Beschlüsse. Der Eingliederungsvertrag sieht die sog. Unechte Teilortswahl vor, so dass Esslingen stets ein Gemeinderatsmandat fällt.

Im Jahre 1972 trat die selbstständige Gemeinde Eßlingen der Stadt Tuttlingen als erster Stadtteil bei.

Ein langjähriger Tuttlinger Stadtrat meinte damals: „Esslingen hat den Ring um Tuttlingen gesprengt“. Die Esslinger brauchen diesen Schritt nicht zu bereuen, so wurde im Tiefbau in den letzten (drei) Jahrzehnten kräftig investiert: Abwasserkanäle, eine neue Wasserversorgung (Tiefental, Hochbehälter Heusack), Sammelkläranlage und schließlich Abwasserdruckleitung nach Möhringen. Eine segensreiche, wenngleich nicht unumstrittene öffentliche Einrichtung ist der KIndergarten, den Esslingen1976 bekam. Baugelände wurde und wird abschnittsweise erschlossen. Derzeit stehen u. a. mit dem Baugebiet Gassenäcker 15 erschlosseneund damit baureife Grundstücken für „Bauwillige“ zur Verfügung. Mit dem neugestalteten Spiel- und Freizeitbereich Brühl sowie mit der innerörtlichen Renaturierung des Krähenbaches wurde Esslingen weiter aufgewertet. Die neuen, größeren Schleifen und Flachwasserzonen des Krähenbaches laden Kinder und Erwachsene zum Spielen und Verweilen ein. Zudem wurde durch die Querschnittsvergrößerung des Krähenbachs (ca. 800 cbm Material wurde dem Bachbett entnommen)ein Schritt zum Hochwasserschutz im Ort ereicht. Ohne wohlwollen und guter Kommunikation mit der finazstarken „Mutter“ Tuttlingen wäre manches nicht oder anders gekommen.

neugestalteter Spiel- und Freizeitbereich Brühl

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat auch in Esslingen sichtbare Spuren hinterlassen. Ende 2005 wird in Esslingen keine Landwirtschaft im Voll- bzw. Nebenerwerb betrieben. Dafür zählen derzeit 13-15 Pferde auf unser Gemarkung. Die landwirtschaftlichen Flächen überwiegend Grünland, werden zum großen Teil von Landwirten aus Talheim bewirtschaftet.

Das Ortsleben wird insbesondere durch die Vereine geprägt. Der jährliche Veranstaltungskalender der durch die Ortsverwaltung herausgegeben und an die Haushalte verteilt wird, sowie im Rathaus ausliegt, dokumentiert dies. Die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins sowie die Narrenzunft mit ihrer Narrenfigur „Eßlinger Hannesle“ zählenzu den größten Vereinigungen. Ebenso trägt die Feuerwehr, der Ski-Club sowie die Katholische Kirchengemeindezum Ortsleben bei.

Es bleibt zu hoffen (und hierfür müssen wir alle Esslinger begeistern), dass auf die ehrenamtliche Arbeit der Esslinger auch in Zukunft Verlass ist. Dann ist und bleibt Esslingen zwar ein idyllisch gelegener ländlicher Vorposten – aber ein lebendiges Stück Tuttlingen.